D 2018, 95 min
FSK 16
Verleih: Wild Bunch

Genre: Drama, Erwachsenwerden, Teenie

Darsteller: Janaina Liesenfeld, Emily Lau, Joy Grant, Abbie Dutton, Tyrell Otoo

Regie: Henning Gronkowski

Kinostart: 02.01.20

Noch keine Bewertung

Yung

Weiblich, nervig, jung sucht … was?

Neulich nach langer Pause in Berlin gewesen. Vergleichseindruck: E-Scooter trotzen Hundekot den Nervigkeits-Pokal ab, viel Dummheit auf einem Haufen (Impfgegner-Auflauf) und wenig Weltstadt-Flair, oft bloß behauptete Buntheit, durch die Motzstraße schlurft müdes Mannsvolk in echt zu engen Lederteilen, der multikulturelle Gemüsehandel verscherbelt abgepackte Discounter-Tomaten. So die empfundene Realität.

Mit Blick auf eben YUNG schaut ihre behauptete Schwester indes adäquat bitter aus: Vier junge Frauen prostituieren sich, schmeißen Drogen, tanzen zu einer kaum Musik nennbaren Reihung von Tönen, sitzen vor der Kamera, um Interviews zu geben. Beispielsweise betreffs Thema Tod – unbeschwerter Jugend wegen eine locker zu nehmende Sache, aber vermutlich kommt die Zeit trotzdem, und dann kommt sie halt.

Zehn Minuten sind da vergangen, 80 weitere voller Enthüllungen warten: Lesbe Emmy verführte kürzlich eine Anfängerin, „kraß wet“, die wohl Ex-Heschna. Eine zweite Protagonistin wollte einen Buben erotisch „teachen“, hat er leider verbockt, kam sofort. Und dem mittlerweile auf Inhaltsleere gefaßten Publikum schwant dennoch Übles, wenn „Abbie Writing A Song About Her Life“ aufpoppt. Der Tiefsinn muß aus Verständnisgründen untertitelt werden, darin heißt es quasi symptomatisch in originaler Orthographie: „Meine Mädchen sind markellos.“ PISA-Studie 2019 live.

Sie existieren wahrhaft, jene Filme, deren Ansicht folgend man sich neben dem gelöhnten Eintritt auch währenddessen aus beiden Ohren getropfte Hirnmasse zurückwünscht. Auf Nummer sicher für die hiesig porträtierte Jugend gesprochen: Ja, YUNG ist ein solcher. Weil als Dialoge verkauftes Gesabbel mindertalentierten Miminnen nur dazu dient, dem hohlen Klang der eigenen Stimme zu lauschen? Sämtlicher visueller Wert einer einzigen ästhetischen, schön beleuchteten (Masturbations-)Szene angesichts Sexspielen im Schein blauer Lichterkettenlämpchen spontan wieder verpufft? Der Nonsens lästig langweilt? Klar. Primär klemmt die Chose jedoch ungeachtet jeden ausgestellten „Tabubruch!“-Gebrülls genug, daß Allesfickerin Emmy beim Nacktbaden brav den ollen Schlübber anbehält. Andererseits … zum Glück!

Und apropos „Was keiner sehen mag“: Sollte demnächst ganz wirklich eine dieser Schlampen/Alten/Bitches öffentlich vor mir pinkeln, gibt’s einen gepflegten Tritt in den frei balancierenden Arsch.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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