Label: Sony Classical

Don’t Worry, weglaufen geht nicht

Danny Elfman

Danny Elfman hat einigen großen Blockbustern sein musikalisches Idiom geliehen. Seine Soundtracks haben BATMAN, SPIDERMAN oder die AVENGERS begleitet, und doch hat sich Elfman niemals ganz von seinen Independent-Wurzeln entfernt. Gus Van Sants DON’T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT ist der jüngste Eintrag auf dieser weniger einträglichen, aber künstlerisch reizvolleren Nebenliste seines Œuvres. Denn die Last der Funktionserfüllung wiegt schwer im Filmmusikgeschäft. Insbesondere Multimillionendollarproduktionen folgen eher bekannten Mustern, lassen Töne lieber doppeln, was das Bild bereits zeigt, anstatt mit Tönen hinter die Bilder zu schauen.

Hingegen Elfmans Independent-Scores, wie eben diesem hier, man die Freiheit anzuhören glaubt, mit der sie komponiert worden sind. Die Freiheit des Andersdenkens, des Probierens, der gelegentlichen Bildunabhängigkeit. Für die Filmbiographie des Cartoonisten John Callahan läßt Elfman ein Kammerensemble beherzt quirlig aufspielen, scheut weder Stilpotpourri noch Instrumentenkollision, weder vokalise Schrullen noch atmosphärische Klangkandelaber, weder pseudo-romantische Miniaturen noch free-jazzige Schwünge. Das macht DON’T WORRY ... zu einem frechen und erfrischenden Score.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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