Label: Walt Disney Records

Elliot, der Drache

Daniel Hart

Mit ELLIOT, DER DRACHE verwandelt Disney einen weiteren (Semi-)Trickfilm aus ihrem Backkatalog in eine Realversion. Eine überraschende Entscheidung, da sich wohl nicht nur hierzulande wenige an das 77er-Original ELLIOT, DAS SCHMUNZELMONSTER erinnern werden. Der Überraschungen nicht genug, wurde für das Update mit Daniel Hart (THE SAINTS – SIE KANNTEN KEIN GESETZ, LOST IN THE SUN) zudem ein recht unbekannter Komponist mit der Vertonung betraut. Damit hat der Reigen an Überraschungen allerdings ein Ende, denn überraschend ist Harts Musik nicht. Zu flach, zu eindimensional und einfältig im Tonsatz, vertraut die Komposition auf ein punktiertes Dreitonmotiv, dessen ständige Wiederholung nur zu dessen Abnutzung beiträgt. Immer wieder dehnt und sehnt sich die Musik, deutet Entwicklung an, die doch ausbleibt.

Über die handwerklichen Schwächen des Scores täuscht auch nicht die wirkungsvolle Orchestrierung hinweg, der zumindest einige spärliche Glanzmomente zu verdanken sind. Immerhin tragen vier der sechs Songs zur Ehrenrettung der Musikspur bei: Country-Musik von Leonard Cohen, Gina Anne, Bonnie „Prince“ Billy und Okkervil River.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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