GRüNE WüSTE

Marcel Barsotti

GRÜNE WÜSTE hat mit DOLPHINS einiges gemeinsam. Beide Filme thematisieren den Versuch, aus der Realität auszubrechen, in beiden geht der Weg der Protagonisten über die Erschaffung einer Traumwelt, und zu beiden schuf Marcel Barsotti die Filmmusik.

Elegisch, verträumt, jenseits trister Gleichförmigkeit - auch im Charakter der Musik widerspiegelt sich die thematische Analogie. Mit pastellenen Farben zeichnet Barsotti eine entlegene Landschaft. Sein favorisiertes Instrument, das Piano, setzt er oft aber bedacht ein. Er nutzt die solistischen Qualitäten des Klaviers und führt es durch versonnen-verspielte oder schlichte und tonal reduzierte Passagen. Behutsam blendet Barsotti unter diese Klänge den Orchesterpart, um selbigem dann und wann mehr Gewicht zu verleihen. Trotz der konsequenten Orientierung auf entführende Schlichtheit und Sanftheit, verliert die Musik nur selten an Tragkraft. Gerade die andersgearteten Titel, in denen Barsotti temporeicheren Filmszenen durch synthetische, technoeske Underbeats mehr Schubkraft verleihen wollte, wirken störend.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

Label: BMG Berlin

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