Label: Lakeshore Records

The King

Nicholas Britell

Was blieb in Zeiten geschlossener Kinos übrig, als auf Fernseher oder Laptop auszuweichen? Daß der Bildschirm kein Verzicht auf großes Kino bedeuten muß, hat Netflix mit ROMA bewiesen. Auch David Michôds THE KING gehört zu den sehenswerten Streamingfilmen, auch der Musik wegen.

Das Drama über Intrigen und Manipulation vertont Nicholas Britell als schicksalhafte Elegie. Ein Manifest, für das er sich an Techniken der Minimal Music orientiert. Fast ins Unkenntliche gedehnte Themen oder heraldische Motive morphen aus einer Fläche schwermütig repetierender Pattern, Rythmen und Ostinati. In Klangverzahnung finden Streicherbasis, akzentuierende Bläser und ein auf Vokalisen singender Chor zusammen und halten den Gestus der Unabänderlichkeit vom ersten bis zum letzten Ton in der ­Schwebe.

[ Philipp J. Neumann ] Philipp fühlt sich inspiriert von CLUB DER TOTEN DICHTER, hat gelernt aus DAS SIEBENTE SIEGEL, ist gerührt von MAGNOLIA, hat sich wiedergefunden in THE SWEET HEREAFTER, wurde beinahe irr durch FARGO, ist für immer vernarrt in PONETTE und war schlicht plattgedrückt von DER HERR DER RINGE.

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