D 2008, 87 min
Verleih: Farbfilm

Genre: Komödie, Schräg

Darsteller: Kristyna Mlérova, Max Mauff, Nino Chkheidze

Regie: Veit Helmer

Kinostart: 20.03.08

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Absurdistan

Wasser Marsch!

Veit Helmer hat es mit den Elementen. Vor allem das Wasser spielt bei ihm, dem Märchenerzähler unter den deutschen Regisseuren, eine herausragende Rolle. In seiner neuen romantischen Burleske erzählt er nun, wie das Duschen ins Dorf kam. Das heißt unter anderem. Er erzählt auch von einem gebrochenen Wasserrohr, einer faulen Bande Männer, die jede noch so absurde Ausflucht nutzt, es nicht zu reparieren, einem Aufstand der Frauen gegen diesen Zustand und die daraus resultierende Schwierigkeit zweier Jugendlicher, eine Liebesnacht zu vollziehen, die durch die Sterne vorherbestimmt war.

Der Ort des Spektakels ist durch den Titel klar markiert: Absurdistan, ein von allen Regierungen vergessener Landstrich irgendwo zwischen Europa und Asien. Mit einem ironisch-ethnologischen Unterton wird uns das Dorf vorgestellt, das jedoch ebenso phantastisch ist wie das Schwimmbad in TUVALU. Und wie bereits dort sprudelt auch hier der Brunnen der surrealen Phantasie, von Helmer und SCHWARZE KATZE WEISSER KATER-Autor Gordan Mihic angezapft, und wirft viele liebevolle Einfälle ab. Und trotzdem gelingt es den beiden nicht so richtig, das Wasser zum Fließen zu bringen.

Helmers verschrobene Idee, das Dorf mit Schauspielern aus über 18 Ländern zu besetzen, ist sicher nicht Schuld daran. Im Gegenteil, das macht eher den Charme des Projektes aus und funktioniert deshalb, weil die Bilder bei Helmer immer wichtiger sind als Dialoge. Umso unverständlicher ist es, daß er die beiden Protagonisten als Erzähler einspannt, die ganz unnötig alles kommentieren und letztendlich verstellen. Als Zuschauer hat man es da zunächst schwer, visuell mitzukommen. Und wenn die Grundkonstellation dann hergestellt ist, die streikenden Frauen einen Grenzzaun durch das Dorf gezogen haben ("Kein Wasser, kein Sex!"), was in guten Momenten auch an Asterix-Comics erinnert, kommt die Sache ins Stocken.

Das ist schade, weil Helmers utopisches Kino nur darauf abzielen kann, den Zuschauer in eine Rakete zu setzen und Richtung Mond zu schießen, wie es die vielversprechende Eingangssequenz des Filmes auch vormacht. Doch die Rakete hebt erst in der zweiten Hälfte ab. Immerhin, besser als umgekehrt.

[ Lars Meyer ] Im Zweifelsfall mag Lars lieber alte Filme. Seine persönlichen Klassiker: Filme von Jean-Luc Godard, Francois Truffaut, Woody Allen, Billy Wilder, Buster Keaton, Sergio Leone und diverse Western. Und zu den „Neuen“ gehören Filme von Kim Ki-Duk, Paul Thomas Anderson, Laurent Cantet, Ulrich Seidl, überhaupt Österreichisches und Skandinavisches, außerdem Dokfilme, die mit Bildern arbeiten statt mit Kommentaren. Filme zwischen den Genres. Und ganz viel mehr ...

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