D 2026, 122 min
Verleih: DCM

Genre: Drama, Schwul-Lesbisch

Darsteller: Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle

Regie: Kai Stänicke

Kinostart: 27.08.26

Der Heimatlose

Heimatfilm aus der Theaterwerkstatt

Vor 14 Jahren verließ Hein diese kleine Insel und das nicht minder kleine Dorf auf dieser. Heimat sei ihm das alles dort, sagt Hein erwartungsfroh zu dem Fährmann, der ihn jetzt zurückbringt. Zurück in diese Heimat eben, zurück auf diese Insel, zurück in diese ärmliche Fischergemeinschaft. Die indes ganz anders auf den Rückkehrer reagiert, als der sich das vorstellte. Keiner nämlich hier will Hein wiedererkennen. Nicht die alte Mutter, nicht die junge Schwester, nicht sein Kinder- und Jugendfreund Friedemann. Niemand scheint in Hein den Hein zu sehen. Der indes sein Recht, der zu sein, der er ist, immer vehementer einfordert. Also beruft die Dorfvorsteherin eine Gerichtsverhandlung unter Einbeziehung der gesamten Gemeinschaft ein. Der kollektive Prozeß des Erinnerns soll klären, ob Hein wirklich Hein ist.

DER HEIMATLOSE ist ein Stück papiertigerndes Thesentheater, dargeboten mit den Mitteln des Films und gezimmert nach Brechtschen Bauplänen. Also in forciert reduktionistischer Ästhetik, mit Kulissen, die sich mit ebenso forcierter, fast schon keck antiillusionistischer Grübelfalte eben als Kulissen zeigen. Auf daß darin die Dialoge umso tönerner tönen, die in ihrer literarisierenden Künstlichkeit wirklich nie vergessen machen, daß sie vor allem der Didaktik verpflichtet sind.

Geht dann auch der heimlich schwulen Liebesgeschichte so, die sich in diese Konzeption einfügt wie ein Mittel zum Zweck und folglich so viel Lust, Leid und Sinnlichkeit verbreitet wie ein Holztisch aus der Theatertischlerei.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.