D 2023, 95 min
FSK 6
Verleih: Farbfilm

Genre: Fantasy, Komödie, Kinderfilm

Darsteller: Peter Kurth, Lina Wendel, Elisabeth Bellé, Lale Andrä, David Bennent

Regie: Thomas Stuber

Kinostart: 15.02.24

1 Bewertung

Spuk unterm Riesenrad

Es war einmal und ist nicht mehr

Bei den Kindern jedenfalls scheint es zu funktionieren – und was bitte wäre wichtiger! Einen Festivalpreis gab es schon für den neuen SPUK UNTERM RIESENRAD, einen Publikumspreis. Daß vielleicht beisitzende Eltern und Großeltern das große Rutschen auf samtenen Sesseln beginnen, weil sie sich an den Ursprung der Idee und die reichhaltigen Ausführungen im Serienfernsehen und Kino zu DDR-Zeiten erinnern, ist für eine Bewertung von Thomas Stubers Adaption so gar nicht zielführend. Das war einmal und ist nicht mehr, hätte Oma gesagt. Es gibt ja DVDs für den Kram der Erinnerung.

Das Riesenrad steht still. In der Geisterbahn rumpelt’s nicht mehr. Die Läden der Buden bleiben geschlossen, und das Pony ist traurig. Großvater Jackel ist gestorben, seinem kleinen, schon zu Lebzeiten angeschlagenen Rummelplatz stehen noch schlechtere Tage bevor. Die Töchter Britta und Simone sind längst fort und haben eigene Sorgen und Kinder. Daß sie sich trotzdem noch mal treffen, liegt nur daran, daß Lotti, Jackels gute Seele an seiner Seite, gerufen hat. Mit familiärer Versöhnung hatte es nicht mehr geklappt, darüber muß die nahe Zukunft entscheiden, und natürlich werden die Enkel Tammi, Umbo und Keks dabei eine große Rolle spielen. Die wiederum sind so eng auch nicht beieinander, wen wundert’s bei diesen Müttern. Väter fehlen eh, das Unheil erledigt man selbst.

Die Kinder müssen ins (Riesen-)Rad greifen, wobei ein Blitzschlag die Richtung weist und Tammi Bekanntschaft schließen läßt mit der Hexe, dem Riesen und Rumpelstilzchen, die ihr Dasein als starre Figuren an den Strippen der Geisterbahn verlassen und lebendig werden, Opas Beerdigung torpedieren und sich als Tammis willige Komplizen bewerben, bald aber ausbüxen.

SPUK UNTERM RIESENRAD wird zur Abenteuergeschichte für Kinder, die so alt sind wie jene im Film, um die 12 also oder knapp darüber. Der Stilmittelsetzkasten ist der nunmehr übliche, besonders, wenn es um zeitgemäßes Covern betagter Vorlagen geht. Es läuft nichts mehr ohne Handy, Likes und Challenge, nicht ohne Song am Schluß und andere dann doch arg mutlose Modernismen. Der herkömmliche Spuk als Grusel muß da zwangsläufig verlieren und einigen Späßchen weichen, die hier mal besser, dort mal mäßiger funktionieren. Jetzt steigt die Neugier, wohin wohl Andreas Dresen die in aktuelle Paßform zu bringende WEIHNACHTSGANS AUGUSTE bürsten wird.

[ Andreas Körner ]