Originaltitel: LES VENGEANCES DE MAÎTRE POUTIFARD

F 2023, 81 min
Verleih: Happy Entertainment

Genre: Komödie

Darsteller: Christian Clavier, Isabelle Nanty, Jennie-Anne Walker

Regie: Pierre-François Martin-Laval

Kinostart: 05.03.26

Monsieur Robert kennt kein Pardon

Ein Mann sieht rot

Er ist längst zur Marke geworden – Christian Clavier. Ja, bisweilen durchaus an Louis de Funès erinnernd, in dieser Strampeligkeit, mit all diesen herausgestaunten „JA!“, „NEIN!“, stets orchestriert von weit aufgerissenen Augen und durchelektrisierter 1,65 Meter Körpergröße. Bei de Funès kam noch das wütende Stampfen mit den Füßen dazu, aber Clavier ist ein würdiger Wiedergänger, ohne plumper Epigone zu sein. Eine Marke eben. Und wie sich das bei gut eingeführten Marken so schickt – es ist Verlaß auf sie, man kriegt, was man bestellt, und da ist auch MONSIEUR ROBERT KENNT KEIN PARDON keine Ausnahme.

Dieser Robert Poutifard steht kurz vor seinem Ziel, auf das er als Grundschullehrer mühselig hingearbeitet hat – die Rente. Die will er sich versüßen – mit Rache. Denn Poutifard ist akribisch, in seinem „Tagebuch der Demütigung“ wurden jeder Furzkissenscherz, jede Bösartigkeit und sämtliche schadenfrohen Neckereien, die Schüler ihren Lehrern gern zumuten, notiert, und jetzt, wo endlich Zeit ist, die einstigen Zöglinge eigene, zerstörbare Biographien aufgebaut haben, heißt es zurückschlagen, im Nachgang Schülerseelen quälen, ach was, sie am besten dem Erdboden gleichmachen. Poutifard ist kein Zauderer, er greift nach dem großen Besteck, seine Rache soll eben nicht süß sein, mindestens biblische Ausmaße sind angesagt. Er hat gezielt vier Schüler im Blick, die ihn um das brachten, was sein Leben für immer verändert hätte: die Liebe. Weshalb der Grantler wohl auch noch immer bei seiner übergriffig-resoluten Maman wohnt ...

37 Jahre Leidenszeit entladen sich nun in gut 80, teils irrsinnigen Minuten, dem Affen wird eine Überdosis Zucker gegeben, es wird gebrüllt, verbal ausgeteilt, körperlich gelitten, Monsieur Clavier nutzt die Chance, daß ihn Monsieur Martin-Laval, der Regisseur, mit diebischer Freude von der Leine läßt, er kennt auch spielerisch kein Pardon, was für all jene lohnenswert ist, die es mögen, wenn eine Komödie richtig drüber ist. Je confesse – ich gehöre zweifellos dazu.

In der Folge werden nun Restaurants verwüstet, ohne jede Milde mit reichlich depperten Influencern abgerechnet und einer Sängerin die Lebensfreude gehörig geschmälert. In etwas ruhigeren Momenten gibt es Hinweise darauf, woraus die erwähnte Liebe zur Kollegin Claudine einst erwuchs, aber auch hier zünden herrlich alberne Störfeuer, wozu eine erbärmlich schiefsitzende Perücke gehört, und die Angebetete verschwindet nach kurzem amourösen Geplänkel ohnehin bald im Fluß.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.