Originaltitel: KRØLLE-BØLLE

DK 2026, 77 min
Verleih: Neue Visionen

Genre: Kinderfilm, Animation, Abenteuer

Regie: Jan Rahbek

Kinostart: 05.11.26

Der frechste Troll der Welt

Bornholm für die Familie

Fans der dänischen Insel dürften Krølle-Bølle kennen, den lustigen Troll, der den Menschen gerne Streiche spielt. Geschaffen wurde die Figur in den 40er-Jahren vom Bornholmer Ludvig Mahler nach alten Insellegenden und ist mittlerweile so etwas wie der inoffizielle Troll-Botschafter des Eilands. Selbst eine lokale Eismarke trägt seinen Namen.Für sein Debüt im Kino wird Krølle-Bølle in der deutschen Fassung Billy genannt und bekommt alles Kantige zugunsten des heute im Animationsbereich verbreiteten Knubbelnasenlooks abgeschliffen. 

Billy ist ein frecher Troll und will lieber Streiche spielen statt Höhlenmeister werden wie sein gesetzter Herr Papa. Neugier und Enttäuschung treiben das pfiffige Kerlchen samt Schwester Bonny an die Oberfläche. Die Menschenwelt ist den Trollen streng verboten, denn „Menschen sind Monster.“ Diese fiesen Wesen machen ihrem Ruf alle Ehre, wollen sie doch die Heimat der Trolle wegsprengen, um ausgerechnet dort einen Troll-Vergnügungspark zu bauen. Das gilt es natürlich zu verhindern und nebenbei ganz viel Eis zu stibitzen.

Regisseur Jan Rahbek mixt gekonnt Animations- und Realfilm. Seine passable Familienunterhaltung für Grundschulkinder punktet mit einem hohen Niedlichkeitsfaktor und einigen charmanten Einfälle wie dem, Fledermäuse als Flugtiere zu benutzen. Leider fällt die Figurenzeichnung gegenüber der Optik deutlich ab. Als Charaktere sind die Trolle sehr schematisch angelegt und sagen in ihren aufgeregten Dialogen ständig Sätze wie „Hör auf Dein Herz, Troll Billy.“ Da wünscht man sich dann doch einen wirklich frechen Troll herbei.

[ Dörthe Gromes ]