Originaltitel: DUST BUNNY

USA 2025, 107 min
FSK 16
Verleih: DCM

Genre: Komödie, Fantasy, Horror

Darsteller: Mads Mikkelsen, Sophie Sloan, Sigourney Weaver, Sheila Atim

Regie: Bryan Fuller

Kinostart: 19.02.26

Dust Bunny

Schachmads dem Monster

Nach der THERAPIE FÜR WIKINGER sieht Mads Mikkelsen wieder halbwegs so aus, wie man ihn von italienischer Sommermode her kennt. Bis die Schrammen kommen, das verwuschelte Haar, der unvorteilhaft geperlte Schweiß auf seinem Gesicht. Der Däne spielt einen Auftragskiller, allerdings mit Herz für Aurora. Das kleine Mädchen lebt in der Wohnung nebenan und hat für kurze Momente noch Pflegeeltern. Während Mum und Dad zur Nacht das übliche „Good Night“ ins Bett ihres Zöglings hauchen, sagt Aurora schon mal „Goodbye.“ Sie weiß, bald durchlöchert ein riesiges Pelzmonster wieder mit furchtbaren Geräuschen das Parkett und schält sich von unten aus ins Zimmer, um zu fressen. Wie immer.

Nun, hätten die Eltern besser mal gründlich gesaugt, könnte man jetzt resümieren. Denn schon die ersten Szenen der lupenreinen Fantasyhorrorthrillerkomödie DUST BUNNY zeigen, weshalb sie so heißt. Unter Auroras Matratze formiert sich aus einer klitzekleinen Staubflocke, nein, keine Wollmaus, sondern ein Wollhase mit besagtem Eigenleben. Nur in Auroras Imagination? Das würde nicht genügen, um sie ein weiteres Mal zur Waise zu machen. Natürlich gibt es keine Zeugen beim Festmahl, und auch der misanthropische, ohne Namen bleibende Nachbar zweifelt schwer, als ihn das Mädchen mit geklauten 327 Dollar 42 Cents Kirchenkollekte im Umschlag um Hilfe bittet, hat sie doch im nächtlichen Chinatown mit eigenen Augen gesehen, wie gut er im Töten ist. Nun soll er ihr Monster schachmatt setzen. Allerdings ist das Wörtchen „ihr“ bei der Auflösung dann sehr ernstzunehmen.

Serien-Regisseur Bryan Fuller hat also fürs Kinodebüt seinen Star aus „Hannibal“ verpflichtet. Ein Schelm, wer nicht auch hinter der Addition mit Sigourney Weaver keine cineastische Absicht vermutet. Wirklich göttlich ist dabei jener Moment, da sich über beiden renommierten Köpfen Lichtquellen als Heiligenschein formieren. Auch ansonsten spielt Fuller voller Lust und guter Laune mit den Referenzen der fluiden Genres. Wir kennen die Namen! Das Spektakel ist im äußeren Erscheinungsbild angemessen bunt, temporeich, gewalttätig, und auch das phantastische Tierwesen ist zeitgemäß animiert. Selbst daß die Story zwischen abstrusen Gangs und Gags, Drachen, FBI und chemisch-friedlicher Koexistenz à la LÉON – DER PROFI auf eher dünnem Eise wandelt, darf nicht schockieren. Es würde das Vergnügen verderben.

[ Andreas Körner ]