D 2026, 86 min
Verleih: UCM

Genre: Drama

Darsteller: Ceci Chuh, Alexander Merbeth, Tom Lass, Andreas Anke

Regie: Martina Schöne-Radunski, Lana Cooper

Kinostart: 06.08.26

Flieg steil

Gesichert extrem

Die Triggerwarnung im Vorspann zielt aufs Stroboskop. Dort könnte aber auch etwas von Wut über einige gesellschaftlich-politische Zustände und die in deren Reflexion eher schläfrige Film(deutsch)landschaft stehen, die FLIEG STEIL in aller Unabhängigkeit wohl entstehen ließ. Auf dem Plakat prangt zudem der Spruch „Warnung: Enthält Frauen, die ihre Meinung ausdrücken!“ Andere Werbung trägt „provokant“ als Banner. Ob diesem gesichert extremen Werk damit in der Außenwirkung geholfen ist, sei dahingestellt. Denn es wäre ebenso von einem unausgegorenen Drehbuch anstatt markanter Figurenzeichnung zu berichten, welches das Regiedebüt der Schauspielerinnen Martina Schöne-Radunski und Lana Cooper beschreibt. Dabei braucht das einheimische Kino grelle Stimmen wie diese!

Angesiedelt ist FLIEG STEIL in der Berliner Neonaziszene samt Rudi, einer „Zecke“ von nebenan als überdrehtem Lebenskünstler und „Pendler.“ Konnie wird als allzu offensichtliche Antiheldin aufgebaut, voll integriert in der „Division“, stramm in Punk und Posen, letztens allerdings aufgrund ihrer aggressiv-feministischen Sprüche und Taten in Ablehnung der allesamt tumben Mit-Nazis geraten, die sich in einer Kneipe gegenseitig ihrer Daseinsberechtigung versichern. Was Konnie dort im Kern an Konfrontation durchläuft, wie sie sich vor Schulen minderjährige Rekrutinnen zieht, genau das hätte das vertiefende Spannungsthema werden können. Auch als Satire.

Doch Schöne-Radunski und Cooper bringen sich mit einem zunehmend enervierenden Mix aus Andeutungen, Stereotypen und Behauptungen um Kopf samt Kragen. Rudi als Gegenpart? Auch hier wären eher die Berührungspunkte interessant gewesen.

[ Andreas Körner ]