D 2026, 106 min
Verleih: Warner
Genre: Drama, Liebe
Darsteller: Mariam Dawoud, Eren M. Güvercin
Regie: Fatih Akin
Kinostart: 05.11.26
Fatih Akin hat Mühe, einen Sound und eine Stimme für seine jungen Figuren zu finden. Nicht, daß es für ihn neu wäre, Kinder und Jugendliche zu inszenieren. Aber in GEISTER kauft man ihm das Ganze nicht so recht ab. Das wirkt zu hölzern vorgetragen, zu klischiert entworfen, zu bemüht in eine märchenhafte Realität Heranwachsender versetzt. Der Film bekommt sie doch nur als Behauptung und melodramatischen Versuchsaufbau zu greifen. Und daß der paranormale Stoff an sich etwas abgedroschen daherkommt, macht die ganze Sache leider nicht besser.
GEISTER erzählt vom Zerreißen einer Liebe. Ihr bleibt nur noch das Wandeln zwischen Dies- und Jenseits. Faris und Farasha lernen sich auf einer Party kennen. Noch in derselben Nacht stirbt Farasha bei einem Unfall. Ihr Freund bleibt in Trauer und voller Schuldgefühle zurück, die davon getröstet werden, daß ihn die Tote als Gespenst heimsucht. Hübsch gestaltete Kapitelkarten formen den Film zu einem Countdown, dessen Verstreichen eine letzte Frist zum Abschiednehmen gewährt, aber auch eine Verarbeitung des Unglücks verlangt. Dabei ist Akins neuer Film besonders dann intensiv, wenn er mit verstörend leidenschaftlicher Geste vom Flirt mit dem Liebestod, sprich Suizid, erzählt. Oder wenn er seinen Protagonisten auf dem Hamburger Fernsehturm ganz bildhaft auf eine schwindelerregende Schwelle befördert.
Dennoch bleibt der Eindruck des Verbrauchten und Verkrampften. GEISTER dreht die Empfindsamkeit permanent auf Anschlag. Im kitschigen Effekt verschwinden das Fingerspitzengefühl, wie viele Young- und New-Adult-Romanzen heute mit ihren Klischees spielen, sowie die Coolness anderer Akin-Werke.
[ Janick Nolting ]