Originaltitel: GERMAINE ACOGNY

D/F/Senegal 2025, 93 min
FSK 0
Verleih: Farbfilm

Genre: Dokumentation, Biographie

Regie: Greta-Marie Becker

Kinostart: 04.06.26

Germaine Acogny

Brust, Po und Schambein

Wer sich mit zeitgenössischem Tanz auskennt, kennt sie auf jeden Fall: Die senegalesisch-französische Choreographin Germaine Acogny. Auch in Deutschland gastierte die schon mehrfach, solistisch oder mit ihrer Company. Und wer einen solchen Auftritt erlebt hat, dürfte sich gemeinhin noch lange und begeistert daran erinnern.

Warum dem so ist, zeigt jetzt auch die Dokumentation GERMAINE ACOGNY. Oder läßt es zumindest ahnen. Denn wie so oft bei derlei Porträts ist auch hier die große Herausforderung, zwischen der Fokussierung auf Biographie und Kunst, auf Privatperson und Künstlerin, eine Balance zu finden. Was der Doku ganz gut gelingt – zumindest, wenn man ein Publikum voraussetzt, das mit Acogny und ihrer Arbeit noch nicht vertraut ist. Ebnet Regisseurin Greta-Marie Becker doch eher einen Zugang, als sich, wie im Untertitel versprochen, der „Essenz des Tanzes“ zu widmen oder sich gar in diese zu vertiefen.

Nicht, daß die faszinierende Melange aus senegalesischen Tänzen, klassischem westlichen Ballett oder japanischem Butoh, die Acogny mit ihrer Kunst betreibt, keinen Raum in der Doku bekommt. Und interessant und amüsant sowieso sind auch die Lektionen, die die Porträtierte bezüglich ihrer ganz speziellen Acogny-Technik bereithält: „Die Brust ist die Sonne, der Po der Mond, jede Pobacke ein Halbmond, das Schambein die Sterne – ein kleiner Kosmos in unserem Körper.“ Mag leicht esoterisch klingen, sieht aber getanzt verdammt großartig aus. Wie dann auch Ausschnitte aus Inszenierungen wie „Songbook Yaakaar“, „À un endroit du début“ oder „Le Sacre“ zeigen. Nur verbleibt das in Beckers Doku weitgehend in der Oberflächenbetrachtung einer Aneinanderreihung – allerdings einer, die Lust auf Vertiefung weckt.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.