Originaltitel: THE SHEEP DETECTIVES
Irland/GB/D/USA 2026, 110 min
FSK 6
Verleih: Sony
Genre: Krimi, Komödie, Literaturverfilmung
Darsteller: Hugh Jackman, Emma Thompson, Nicholas Braun, Nicholas Galitzine, Hong Chau
Regie: Kyle Balda
Kinostart: 14.05.26
Schäferstündchen heißt Krimizeit: Jeden Abend setzt sich Schäfer George auf die Treppen seines Wohnwagens und liest seinen geliebten zottigen Schützlingen – sprich: seiner andächtig lauschenden Schafherde – einen Krimi vor. Immer einen dieser schön altmodischen Whodunit-Schmöker und immer nur ein, zwei Kapitel. Damit die Spannung erhalten bleibt, die Tiere nicht überfordert werden und außerdem rechtzeitig – so ein Schaf braucht seinen Schlaf – in den Stall zur Nachtruhe kommen. Die dann freilich nie beginnen kann, ohne daß Cloud, Zora oder Mopple sich noch in Diskussionen darüber ergehen, wer denn nun im aktuellen Mordfall der Täter sein könnte. Denn ja: Diese Schafe haben Namen (alle!) und sie können sprechen (in Schafsprache, versteht sich). Und kombinieren (halbwegs) können sie auch. Nicht die einzigen überraschenden Gaben dieser ja gern unterschätzten Tiere, wie sich bald zeigen wird.
GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Leonie Swann. Und wer gänzlich abwinkt, wenn er hört, daß diese sprechenden Schafe sich dann auch noch bald selbst auf Mörderjagd begeben, dem sei gesagt: Gib den Tieren eine Chance und dem Film gleich mit. Denn der ist tatsächlich allerliebst geraten. Und das heißt: ziemlich witzig, ausgesprochen charmant und auf recht britische Art schrullig. Und spannend dann sogar auch noch.
Ziehen in Glennkill doch bald dunkle Wolken ins bukolische Schäferidyll. Ein Mord geschieht. Und so wie die Menschen im Dorf müssen auch die Schafe erst einmal verkraften, daß es so etwas Schreckliches wie Mord tatsächlich auch in Wirklichkeit gibt. Nur daß den Vierbeinern dann dank ihrer Krimierfahrungen sehr schnell klar wird, daß die Zweibeiner, allen voran ein etwas überforderter Dorfpolizist, diesen Fall nie und nimmer lösen werden.
Selbst ist also das Schaf! Schon klar. Nur, was heißt das eigentlich? Also für ein Schaf. Das fragen sie sich dann auch bald, die selbsterklärten Detektivschafe. Und es sind nicht nur, aber eben auch derlei Dispute, die GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI reichlich Witz verleihen. Und spätestens, wenn ein Schaf seinen Artgenossen die mysteriöse Sache mit dem Christentum zu erklären versucht (Hirte, Herde, Lamm Gottes, Heiliger Geist, Vater, Sohn – und dann essen sie ihn und trinken sein Blut …) kann man vor Lachen schon mal ins Blöken geraten.
Aber natürlich ist derlei Schafskopf-Philosophieren nur das Beiwerk in dieser unbedingt auch kinderfreundlichen Komödie um die sanften Vegetarier in Kuschelwolle (niedliche Lämmchen inklusive) und herrlich kauzige Dorftypen, wie etwa den Ortsmetzger, der, logo, ein Schuft, aber – zumal beim verbalen Vegetarier-Bashing – auch nicht ohne Witz ist. Punktet GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI doch mit so einigen launigen Dialogen, immer wieder hübsch absurden Bildeinfällen, stimmigen Settings und einem (Menschen-)Cast, der unverkennbar lässig, gut und gern macht, was es hier macht. Daß Emma Thompson dabei als schnippische Anwältin aus der Großstadt noch mal eine spezielle Note ins ländliche Mordsidyll bringt, sei hier auch deshalb erwähnt, weil GLENNKILL: EIN SCHAFSKRIMI in Charakter und Machart durchaus eine gewisse Verwandtschaft zu den Nanny McPhee-Filmen pflegt.
Heißt: Zum großen Spaß gibt’s also auch ein paar kleine Moralappelle. Und ein paar herzige Momente zum gerührten Schluchzen. Und eine Botschaft mit auf den Lebensweg. Aber das geht allein schon deshalb in Ordnung, weil es nicht laut blökt und mäht, sondern sich lammsanft einfügt in dieses unterhaltsame Schafsabenteuer.
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.
Cineplex: 12:45 (OF), 14:15, 17:00, 19:30 (OF), 19:45
Cinestar: 11:50, 14:30, 17:20, 19:20
Passage Kinos: 11:15, 14:00, 18:15, 20:45 (OmU)
Regina Palast: 10:45, 13:00, 15:15, 17:30, 19:45
Cineplex: 12:45 (OF), 14:30, 17:00, 19:45, 22:30
Cinestar: 11:40, 14:30, 17:20, 19:20
Passage Kinos: 14:00, 18:15, 20:45 (OmU)
Regina Palast: 10:45, 13:00, 15:15, 17:30, 19:45
Cineplex: 14:30, 17:00, 19:45, 22:30
Cinestar: 11:50, 14:30, 17:20, 19:20
Passage Kinos: 14:00, 18:30, 20:45
Regina Palast: 10:45, 13:00, 15:15, 17:30, 19:45
Cineplex: 12:30 (OF), 15:15, 17:15, 19:45
Cinestar: 11:50, 14:20, 16:40, 19:20, 20:15 (OF)
Passage Kinos: 11:15, 16:15, 20:45 (OmU)
Regina Palast: 10:45, 13:00, 15:15, 17:30, 19:00 (OF), 19:45
Cineplex: 14:30, 17:00, 19:45
Cinestar: 14:30, 17:20, 19:20
Passage Kinos: 14:00, 16:15, 20:45
Regina Palast: 15:15, 17:30, 19:45
Cineplex: 14:30, 17:00, 19:45
Cinestar: 14:30, 17:20, 19:20
Passage Kinos: 14:00, 16:15, 20:45
Regina Palast: 15:15, 17:30, 19:45
Cineplex: 14:45, 17:30, 20:15
Cinestar: 13:40, 17:00, 19:50
Passage Kinos: 14:00, 16:15, 21:00 (OmU)
Regina Palast: 15:15, 17:30, 19:45
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