CH 2025, 110 min
Verleih: Alpenrepublik
Genre: Drama
Darsteller: Sarah Spale, Esther Gemsch, Martin Vischer
Regie: Pierre Monard
Kinostart: 25.06.26
Emmi Creola-Maag (1912–2006) war eine schweizerische Werbetexterin und als solche die Erfinderin der fiktiven Köchin Betty Bossi. Betty wiederum wurde ab 1956 zum eidgenössischen Küchensuperstar, einem Markenzeichen der modernen und doch ganz ihrer traditionellen Rolle bewußten Hausfrau. Die imaginierte Verkörperung eines gut verdaulichen Feminismus, immer adrett und bodenständig, dabei genau wissend, was der Familie schmeckt und wie Frau es ohne große Mühe zubereiten kann.
Nein, darüber muß man sich aus der Besserwisserposition der zeitlichen Distanz nicht lustig machen. Die andere Frage aber ist: Muß man einen Film darüber drehen? Nun, man hat es gemacht. Und so kann man jetzt sehen, wie Werbetexterin Emmi in einer Speiseölfirma einschlägige Produkte vermarkten soll. Und wie ihre innovativen Ideen dabei immer wieder von der selbstgefälligen Chefetage mit diesem ätzenden „Frauen halt“-Greinen abgeschmettert werden. Bis Emmi eben doch ihre Chance kommt, die Betty kreiert und quasi auch wird – und damit neben einer großen Erfolgswelle auch einige Probleme heraufbeschwört. Und das nicht nur, aber vor allem auch daheim, in der eigenen Familie.
Was HALLO BETTY dann in einer musealen Gediegenheit aufbereitet, die mehr 50er-Jahre-Geist in sich trägt als es dem Film in seinem sanft kritischen Impetus eigentlich lieb sein kann. Andererseits wird hier das Zeitkolorit in Setting und Kostümierung mit so viel Liebe zum Detail gehandhabt, daß einem tatsächlich nostalgisch ums Herz werden kann. Alles so schön Rösti, irgendwie. Trotzdem gut, daß die Hauptdarstellerinnen dann etwas emotionale Schärfe in diese filmisch doch arg solide Hausmannskost bringen.
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.