Originaltitel: THE WEIGHT

USA/D 2026, 112 min
Verleih: Capelight

Genre: Abenteuer

Darsteller: Ethan Hawke, Russell Crowe, Julia Jones

Regie: Padraic McKineley

Kinostart: 19.11.26

The Weight

Ein Film wie eine Jeans

1933: Die USA schleppen sich durch die Große Depression. Auch Automechaniker Samuel hat hart zu kämpfen. Als der Witwer und liebevolle Vater einer kleinen Tochter die Wohnung nicht mehr bezahlen kann, ist das der Beginn einer Abfolge fataler Verkettungen. Die sorgen dafür, daß Samuel nicht nur das Sorgerecht entzogen wird, sondern er selbst unschuldig als Gefangener in einem Arbeitslager inmitten der Wildnis von Oregon landet. Hier wird der zwielichtige Oberaufseher Clancy auf den zähen und intelligenten Samuel aufmerksam. Und macht ihm ein so gefährliches wie verlockendes Angebot: Mit ein paar weiteren Gefangenen soll Samuel eine größere Menge Gold durch die Wildnis transportieren. Heimlich, weil illegal. Gelingt das Unterfangen, gibt’s als Belohnung die Freiheit zurück.

THE WEIGHT ist ein Film, der etwas erzählt, was man mit dem schönen, aber ziemlich aus der Mode gekommenen Wort „Abenteuergeschichte“ bezeichnen kann. Gilt auch für das Wie des Erzählens. Regieneuling Padraic McKineley weiß, wie das Genre funktioniert. Die markanten Figuren sind mit ebensolchen Strichen gezeichnet, beim Erzählen wird nicht gehetzt, sondern weit ausgeschritten, die Kameraarbeit ist schnörkellos, ohne es im richtigen Moment an Raffinesse fehlen zu lassen, die atmosphärisch stimmige Musik sparsam ergo klug verwendet.

In alldem ist McKineleys Film so kernig, zuverlässig, robust und paßgenau wie die guten klassischen 501er-Jeans, die den Kerlen in der Geschichte so gut stehen. Aus der Mode kommt so was eben nie wirklich.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.