Originaltitel: UCCELLACI E UCCELLINI

I 1966, 88 min
Label: Filmgalerie 451

Genre: Drama, Schräg

Darsteller: Totò

Stab:
Regie: Pier Paolo Pasolini
Musik: Ennio Morricone

Grosse Vögel, kleine Vögel

Zweimal haben sich die auf den ersten Blick so gegensätzlichen Künstler Totò und Pasolini gefunden. Ein Überraschungscoup dürfte die Besetzung des Starkomikers in jedem Fall gewesen sein, eine kluge Entscheidung war es ohnehin. Der schrullig-schräge Witz lugt doch eh aus allen Ecken in dieser bild- und metapherstarken Fabel um Vater und Sohn, die labernd durch Italien ziehen. Auf dem Weg begegnet ihnen ein sprechender Rabe, der Grundstein für einen - typisch Pasolini - Exkurs in marxistisch-linksintellektuelle Gefilde, wobei die zwei Wanderer auch noch eine klerikale Mission zu erfüllen haben: die Bekehrung der Spatzen und die der Falken, plötzlich im 12. Jahrhundert wohlgemerkt!

Ein großer philosophischer Paukenschlag also, zu dessen Höhepunkten das Erkunden der Vogelsprache gehört, erst zwitschernd, dann hüpfend, und natürlich Totòs blasphemischer Ausraster - aber selbst dem Herrn sei ja wohl in Jerusalem einst der Kragen geplatzt.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.