Originaltitel: IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY

USA 2025, 106 min
Verleih: Piece Of Magic

Genre: Dokumentation, Biographie, Musik

Regie: Amy Berg

Kinostart: 09.04.26

It’s Never Over, Jeff Buckley

Lobgesang in Moll

30 Jahre jung war der Singer-Songwriter Jeff Buckley, als er 1997 ertrank. Eine einzige Platte nur hat er zu Lebzeiten aufnehmen können. „Grace“ heißt sie und ist nachgerade legendär geworden. Wie auch Buckley selbst. Eine ikonographische Figur der Zerrissenheit, irgendwo zwischen Schmerzensmann und verspätetem Beatnik, zwischen James-Dean-Sadness und Künstlerexzentrik, zwischen Poesie und Pose.

Mit IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY hat die Dokumentarfilmerin Amy Berg ein Porträt dieses Künstlers geschaffen, das so aussieht, wie solche Porträts heute gern aussehen. Sehr viele Menschen (Buckleys Mutter, musikalische Gefährtinnen und Gefährten, Geliebte und Freunde) erzählen, wie beeindruckend, genial, stimmgewaltig, einfühlsam, kompliziert, verloren und so weiter der Jeff war. Dazwischen gibt es viele Archivaufnahmen und Musikschnipsel, ein paar Animationspassagen gibt es ebenfalls und immer wieder mal ein Bonmot (etwa vom Jazzmusiker Karl Berger, der für „Grace“ einige Songs von Buckley arrangierte: „Jeff hörte Bill Evans, er hörte Schostakowitsch ... Kennen Sie Popsänger, die überhaupt wissen, wer Schostakowitsch ist?“)

Das alles macht IT’S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY zum Film vor allem für Buckley-Fans; zum mehrstimmigen Lobgesang, bevorzugt in Moll. Das ist okay. Hinnehmen muß man dabei freilich, daß es bestimmten Aspekten an Vertiefung und Schattierung mangelt, so etwa beim Blick auf Jeffs schwieriges Verhältnis zu seinem Vater Tim Buckley (1947–1975), ebenfalls ein zu früh verstorbener Singer-Songwriter.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.