D/Polen/Luxemburg 2021, 93 min
FSK 6
Verleih: Farbfilm

Genre: Abenteuer, Kinderfilm, Roadmovie

Darsteller: Romy Lou Janinhoff, Jonas Oeßel

Regie: Barbara Kronenberg

Kinostart: 12.01.23

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Mission Ulja Funk

Skurrilitätenkabinett Osteuropa

Zugegeben, der Plot klingt originell: Die 12jährige Ulja ist von Astronomie begeistert, was ihre Familie, allen voran die tief religiöse, russischstämmige Oma, allerdings mit großer Skepsis beäugt. Schließlich findet ein so intelligentes Mädel später mal keinen Mann! Also weg mit dem Wissenschaftskram. Als dann noch ein von Ulja entdeckter Asteroid demnächst in Weißrußland auf der Erde einschlagen wird, faßt das Mädchen endgültig den Entschluß, die nervige Familie temporär Richtung Osten zu verlassen. Für eine passende Mitfahrgelegenheit erpreßt sie ihren Klassenkameraden Henk, der nix kann außer Auto fahren, und den seine Familie ohnehin nicht vermißt. Praktisch, daß der Leichenwagen der Familie gleich parat steht. Aber beide haben die Rechnung ohne Oma Olga und die Kirchengemeinde gemacht, die den Kindern prompt hinterherfahren.

Warum die Eltern nicht einfach die Polizei rufen? Nun, weil es eben so im Drehbuch steht. Stimmig sind weder der Plot noch die Charaktere geschweige das Timing der Gags. Die Protagonistin läuft mit stets gleichem Gesichtsausdruck durch den ganzen Film, und wenn sie dem armen Würstchen Henk wiederholt „Mein Geld, meine Reise, meine Regeln“ ins Ohr plärrt, wünscht man der oberschlauen Göre, sie würde einfach am Straßenrand stehengelassen. 

Ärgerlich aber ist die klischeehafte Darstellung Osteuropas. Der Westler staunt, daß es Autobahnen in Polen gibt. Wahnsinn! Ansonsten sind die Polen herzig gut, wenn auch leicht verrückt. Die Weißrussen hingegen verlangen in bester Kalter-Krieg-Bösewicht-Manier mit vorgehaltener Waffe den Paßport … Nun, zumindest der Soundtrack ist hübsch beschwingt.

[ Dörthe Gromes ]

Mission Ulja Funk ab heute im Kino in Leipzig