Originaltitel: WISH I WAS HERE

USA 2014, 107 min
FSK 6
Verleih: Wild Bunch

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin

Stab:
Regie: Zach Braff
Drehbuch: Zach Braff

Kinostart: 09.10.14

2 Bewertungen

Wish I Was Here

Selbstfindungstrip der schönen Ideen

Schon während der frühen Entstehungsphase war Zach Braffs langerwarteter Nachfolger seines Überraschungserfolgs GARDEN STATE in aller Munde. Grund war, daß Braff der Finanzierung von WISH I WAS HERE über eine Kickstarter-Kampagne auf die Sprünge half. Unkenrufe wurden in der amerikanischen Filmbranche laut: Hat einer wie Braff, der nach gefühlten 50 Staffeln „Scrubs“ eigentlich genug Geld auf der hohen Kante haben sollte, es wirklich nötig, in die Taschen seiner Fans zu greifen? Zumal es durchaus Studiozusagen zu seinem neuen Projekt gab. Braffs Hauptargument für die Crowd-Funding-Strategie war, daß er den Film mit möglichst großer künstlerischer Freiheit machen wollte. Nun ist also zu begutachten, was Braff mit dem Mehr an künstlerischer Freiheit angefangen hat. Und natürlich muß sich der sympathische Sitcom-Star an seinem Vorgänger messen lassen, den man ohne Übertreibung als einen der prägenden US-Independent-Filme der 00er Jahre bezeichnen kann.

Nicht weiter verwunderlich also, daß es an Parallelen zu seinem Erfolgsdebüt nicht mangelt: Auch in seinem neuen Film gibt Braff wieder einen nicht gerade vom Erfolg verwöhnten Schauspieler, der allerdings dieses Mal eher vor der Midlife Crisis als kurz vorm großen Durchbruch steht. Finanziell abhängig ist der klamme Mime namens Aidan deshalb von Vater Gabe, der bis dato auch die teure jüdische Privatschule für Aidans Kinder Grace und Tucker bezahlt. Doch Gabe ist krebskrank und kann die teure Schulbildung seiner Enkel wegen der teuren Behandlung seines Leidens nicht länger stemmen. Da Aidan aufgrund seiner mauen Rollenausbeute nicht gerade überbeschäftigt ist, schlägt Aidans Frau Sarah vor, daß er die Kinder zu Hause zu unterrichten soll. Für Aidan Anlaß, seinen Blick aufs Leben und dessen Lektionen erstmals ernsthaft zu hinterfragen. Der Beginn einer Entdeckungsreise im eigenen zu Hause.

Wie GARDEN STATE ist auch WISH I WAS HERE wieder reich an phantasievollen Einfällen, skurrilen Charakteren und unterhaltsamen Begebenheiten. Das Problem ist allerdings, daß besagte Begebenheiten gerade in der zweiten Hälfte etwas strukturlos dahinplätschern. Während in GARDEN STATE die Liebesgeschichte zwischen Braff und Natalie Portman den Kleister fürs große Ganze gebildet hat, versucht Braff hier vergeblich, mit Kitsch als Kitt das Ganze zusammenzuhalten. Am Ende ergeht es Braff wie seinem Charakter Aidan als Hauslehrer seiner Kinder: viele schöne Ideen, aber dann doch kein echter Plan.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...