Österreich/D 2026, 116 min
FSK 12
Verleih: Alamode

Genre: Drama, Biographie, Historie

Darsteller: Nils Arztmann, Maya Unger, Soi Schüssler

Regie: Harald Sicheritz

Kinostart: 01.10.26

Bruno – Der junge Kreisky

Heldenlied altbacken gesungen

Auch Bruno Kreisky, Österreicher und Sozialdemokrat und als solcher von 1970 bis 1983 Bundeskanzler unserer alpinen Nachbarn, war mal jung. Und das auf eine Art, ob der nicht nur in Österreich dem Typus des Gemeinschaftskundelehrers mit linken Neigungen das Herz entflammen dürfte. Hatte der charismatische, aus einer jüdisch-bürgerlichen Familie stammende Kreisky doch schon als junger Mensch die Gabe zur eben flammenden Rede; war politisch beseelt von den Ideen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit (die selbstverständlich alle Schwestern dieser Erde mit einbezieht) und zudem in jedweder Hinsicht moralisch aufrecht. Ach ja: Gut ausgesehen hat der Bua auch noch.

Es gab Zeiten, lang ist’s her, da hat die Sozialdemokratie echt was hergemacht. Mag man denken, wenn man jetzt BRUNO – DER JUNGE KREISKY anschaut. Und vielleicht kann man es mit etwas gutem Willen drollig finden, wie beherzt der Film seine hochglanzpolierte Historien-Heldenballade trällert und den jungen Kreisky in ein derart hehres Licht rückt, daß das zumal dem alten Kreisky, das darf man getrost vermuten, so eher nicht gefallen hätte.

Denn daß in Österreich die üblichen Depperten von rechts schon gegen den Film wetterten, heißt eben leider nicht, daß der Film gut ist. Wobei dessen Problem nicht seine politische Parteilichkeit ist (Kunst darf parteiisch sein, nur ums mal wieder gesagt zu haben), sondern die belehrend lahme Didaktik, mit der er diese Parteilichkeit, seinen Antifaschismus zumal, serviert. Hilft nix: Selbst inklusive pädagogisch wertvoller Aktualitätsverweise sieht DER JUNGE KREISKY irgendwie altbacken aus.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.