Originaltitel: MUST LOVE DOGS

USA 2005, 98 min
Verleih: Warner

Genre: Romantik, Liebe, Komödie

Darsteller: Diane Lane, John Cusack, Elizabeth Perkins

Regie: Gary David Goldberg

Kinostart: 25.08.05

Noch keine Bewertung

Frau mit Hund sucht Mann mit Herz

Viel Lärm um fast nichts

Leichte Kost heißt nicht unbedingt schmale Kost, und so ist es auch mit dieser Beziehungskomödie aus dem Hause Warner. Schmal war das Budget wohl nicht, aber leicht ist der Film geworden, möglicherweise ein schöner Sommerabschied für so manche Einsame und Zweisame jenseits der 30. Regisseur Gary David Goldberg läßt die schöne, geschiedene Kindergärtnerin Sarah, von ihrer Familie genötigt, auf dem Heiratsmarkt antreten. Sarahs Schwestern vor allem nehmen die Sache in die Hand und stellen Listen mit potentiellen Partnern zusammen.

Derweil ist das Familienoberhaupt, der verwitwete Vater, schon im Internet-Markt erfolgreich und hat sich im Netz selbst eine neue Partnerin geangelt. Bald darauf wird nun auch Sarah mit Cyber-Dates konfrontiert, die sich allerdings allesamt als Reinfall erweisen. Dennoch - was wäre schon eine Beziehungsgeschichte ohne einen möglichen Partner - kommt der attraktive, aber seltsam unbeholfene Anwärter Jake Anderson in die engere Wahl. Dieser, der Zuschauer durfte ihn zu diesem Zeitpunkt schon kennenlernen, ist ein Boote bauender Idealist und Romantiker, der abends DOKTOR SCHIWAGO schaut. Sarah jedoch scheut ein bißchen vor der Intensität dieses Mannes. Gleichzeitig lernt sie den frisch geschiedenen Vater eines ihrer Schützlinge näher kennen. Der charmante Bob scheint gut zu ihr zu passen, was Sarah allerdings kaum für möglich hält ...

FRAU MIT HUND ... glänzt mit zwei um die glaubwürdige Umsetzung ihrer Hauptrollen bemühten Akteuren, erzählt stilsicher von Problemen, die keine sind, und der Plot wirft dem Traumpaar - man ahnte es schon - ein paar Kieselsteine in den Weg. Der Film hat auch eine rasante Szene, nämlich als sich zwei der Protagonisten eines Abends auf die Jagd nach Kondomen begeben und von Drugstore zu Drugstore rasen. Der herausragendste Satz des Dialoges fällt am Ende dieser Szene und lautet: "The magic is gone". Man muß sich allerdings fragen, wo er war, der Zauber.

Der Film plätschert dahin und will charmant unterhalten. Sarah und Jake aber müssen sich abmühen mit existentiellen Fragen wie: "Was ist, wenn die Liebe einfach aufhört?" (Sarah), "Wieso wollen alle Männer jüngere Frauen?" (Sarah) und "Warum können Frauen nicht treu sein?" (Jake). Die Botschaft des Filmes ist simpel und mag ernst gemeint sein: Man soll den Glauben an die Liebe niemals verlieren. Der Glaube an diesen Film hat damit zum Glück nichts zu tun.

[ Jane Wegewitz ] Für Jane ist das Kino ein Ort der Ideen, ein Haus der Filmkunst, die in „Licht-Schrift“ von solchen schreibt. Früh lehrten sie dies Arbeiten von Georges Méliès, Friedrich W. Murnau, Marcel Duchamp und Man Ray, Henri-Georges Clouzot, Jean-Luc Godard, Sidney Lumet, Andrei A. Tarkowski, Ingmar Bergman, Sergio Leone, Rainer W. Fassbinder, Margarethe v. Trotta, Aki Kaurismäki und Helke Misselwitz. Letzte nachhaltige Kinoerlebnisse verdankt Jane Gus Van Sant, Jim Jarmusch, Jeff Nichols, Ulrich Seidl, James Benning, Béla Tarr, Volker Koepp, Hubert Sauper, Nikolaus Geyrhalter, Thierry Michel, Christian Petzold und Kim Ki-duk.