Originaltitel: GHOST SCHOOL

Pakistan/D/Saudi-Arabien 2025, 88 min
Verleih: JIP

Genre: Drama

Darsteller: Nazualiya Arsalan, Samina Seher, Adnan Shah Tipu, Vajdaan Shah, Muhammad Zaman

Regie: Seemab Gul

Kinostart: 03.09.26

Ghost School

Es allen recht getan …

Rabia, zehn Jahre alt, lebt in einem pakistanischen Dorf und dort in karger Armut. Der Vater schlägt sich als Fischer durch, die Mutter putzt bei einer reichen Dame, das Haushaltsbudget gibt nicht mal eine neue Schuluniform her. Wobei diese aktuell aber sowieso rausgeschmissenes Geld wäre, denn Rabias Schule wurde gerade geschlossen: Den letzten verbliebenen Lehrer hat’s erwischt, er ist vom bösen Dschinn besessen. Behauptet wenigstens die Obrigkeit. Das Mädchen geht auf Spurensuche, will herausfinden, was wirklich geschah – und stößt auf einen Sumpf aus Korruption.

Welcher sich allerdings auch schwer zu übersehen (beziehungsweise richtiger: überhören) entlang bald oft beschrittener Wege erstreckt. Regisseurin Seemab Gul scheint in ihrem Langfilmdebüt unsicher bezüglich der anzusprechenden Zielgruppe, erzählt daher auf Nummer sicher. Fürs erwachsene Arthouse-Publikum gibt’s wundervolle Bilder, einnehmende Melancholie und Entschleunigung bis kurz vor Stillstand; tatsächlich wandelt Rabia häufig durch trotz jeder Entbehrung pittoreske Landschaften. Man verfolgt’s staunenden Auges, bis es doch am Geduldsfaden zu zupfen beginnt. Und aufs Ohr sehr junger Zuschauer drückt Gul gleichzeitig eigentlich schon didaktische Zustandsbeschreibungen, direkt ausgesprochene politische Mißstände, in denen erwähnte finanziell besser gestellte Lady wörtlich mit Geldscheinen wedelt.

Sie verläuft sich so ausgerechnet im Bemühen um einen gangbaren Mittelweg, erlangt erst am Ende etwas, das ihr vorher unerreicht vorschwebte, namentlich die Verbindung harter, Opfer fordernder Realität mit magischer Luftigkeit, der unschuldigen Phantasie eines Kindes.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...