D 2026, 98 min
Verleih: Constantin
Genre: Komödie, Literaturverfilmung
Darsteller: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Pothoff, Michael Ostrowski, Ruby O. Fee
Regie: Ed Herzog
Kinostart: 13.08.26
Es waren schwere Jahre, der körpereigene Rhythmus lief aus dem Ruder, denn ein Jahr ohne einen neuen „Eberhofer“ mag unter Umständen vorstellbar sein, ganze drei indes grenzen an Folter und kalten Entzug. Man hat sie eben liebgewonnen, diese skurrilen, unter der bedingungslosen Sonne der Provinz so wunderbar erblühenden Gewächse – Sheriff Franz vorneweg, seine unvergleichbare
Dorfamazone Susi Gmeinwieser sowieso, den schrillen Ex-Cop Rudi Birkenberger und natürlich Hinkelotta, der dreibeinige Hund. Oma nicht zu vergessen, diese warmäugige und alles zusammenhaltende Herzenswucht. Da wären natürlich all die abgefahrenen Geschichten aus diesem Niederkaltenkirchen, das gar nicht so ausgedacht scheint, ein Ort, an dem die Einweihung eines Kreisverkehrs schon als historisch gilt, ein Dörfchen, das niemals schläft, in dem sogar gemordet wird, was selbst bei Franz mehr als das schulterzuckende „Ja mei ...“ bewirkt. Aber was heißt schon Mord – es herrscht regelrechter Krieg zwischen den Dottingers und Platzhirsch Paulus, Fischbudenbetreiber seit Menschengedenken. Eine Katze soll die Ware angeknabbert haben, doch nun liegt Papsi Paulus tot im Spa ...
Nun ist ein Eberhofer-Krimi eine komplexe Angelegenheit, weshalb neben dem Mord auch noch ein Verzicht anklagender Selbstversuch Rudis dem Franz im Wortsinne stinkt, der Sohnemann ein Tutu braucht und die in ihre Leo-Leggins geradezu hineingeborene Gattin Susi Bürgermeisterin werden will. Wie sehr Susi damit den amtierenden Amtsschimmel reizt, zeigt, daß er – vermutlich, um im Bild zu bleiben – sie gerade noch „als bestes Pferd im Stall“ zuschleimt, um kurz darauf der unkorrumpierbaren Dame zu attestieren, nicht mehr als eine depperte Verwaltungsschnepfe zu sein ...
Auch das zehnte Eberhofer-Abenteuer ist eine reine Gaudi, frischer Wind geht Hand in Hand mit dem furchtbaren Mief des vor sich hinkompostierenden Rudi, der Schweijksche Franz wird den Baum tanzen, die Haushaltshilfe Julika läßt die Männer süßlich werden, das Kacka-Emoji rotiert dampfend, und eine Geiselnahme im Altenheim verdient den Namen eher nicht. Im Rita Falks Paralleluniversum bleibt es in aller Abgefahrenheit wunderbar bodenständig, selbst Genderdebatten geraten hier eher herzlich als ideologisch vergrätzt, und da in diesem mit Western-Momenten aufwartenden Scharmützel schließlich sogar Platz für einen Romeo-und-Julia-Wink ist, sollte man sich spätestens jetzt mindestens eine zünftige Therapie-Halbe beim Wolfinger gönnen.
[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.