D 2026, 88 min
Verleih: Camino
Genre: Dokumentation, Natur
Stab:
Regie: Nepomuk Pfaff
Stimmen: Katharina Thalbach
Kinostart: 16.07.26
400 Millionen Jahre in knapp anderthalb Stunden – klingt schon sportlich, eine gewisse Hektik scheint vorprogrammiert. Wer trotzdem die große Reise wagt, um die Bedeutung von Insekten zu verstehen, bekommt zunächst genau das, was er erwarten dufte, primär Bilder zwischen Horror (Facettenaugen oder Rüssel in extremen Nahaufnahmen laden durchaus zum Fürchten ein), Faszination und ungekannter Schönheit. Aber genauso nie enden wollende Musikbeschallung sowie die geschulte Stimme Katharina Thalbachs, die unter anderem daran erinnert, daß Menschen erst seit kurzer Zeit fliegen können, Insekten dagegen …
Von Demut begleitete Emotionalität soll also puren Fakten begegnen, weswegen wir Hummel Hugo auf Bestäubungstour begleiten oder mit Biene Bianca vor dem bösen Bienenfresser (Bernd?) fliehen. Als absolutes Arbeitstier erweist sich hingegen Ameise Amelie. Wie man solche überzuckerte Vermenschlichung findet, dürfte individuell differieren, bestenfalls weckt’s das Kind nicht nur im Manne, Frau Thalbach jedenfalls hatte hörbar Spaß.
Und auch beim anschließenden Mahnen ist sie engagiert dabei, denn nach ziemlich hastig absolviertem Einstieg geht’s zwar noch fix um Gloria und Günther, zwei – klar! – geladene Glühwürmchen im Fortpflanzungstaumel, aber der Fokus verschiebt sich, hin zur viel ausführlicher thematisierten humanen Umweltzerstörung. Ungeachtet aller Relevanz entgleitet dem Ganzen nun der sowieso eher dürre rote Faden, die prominent im Titel geführten Insekten geben ihren behaupteten Heldenstatus ab, geraten zu Randerscheinungen.
[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...