Originaltitel: VOICE OF THE FOREST
GB/USA/F/Kanada 2023, 87 min
Verleih: Camino
Genre: Abenteuer, Kinderfilm, Computeranimation
Regie: Tim Harper
Kinostart: 16.04.26
Grad eben war´s noch so paradiesisch im Dschungel; teilten sich, als gäbe es kein Fressen und Gefressenwerden, die Tiere ihren Lebensraum in bestem Einvernehmen. Mittendrin im grünen Idyll Orang-Utan-Mädchen Jazzy, geliebtes Einzelkind fürsorglicher Eltern und ein pfiffiges Äffchen sowieso. Was sich dann auch beweist, als böse Menschen ins Paradies eindringen und dieses brandrodend in eine Wüste verwandeln. Ehe sich Jazzy versieht, ist sie ihren Eltern entrissen. Glück im Unglück: Jazzy wird von guten Menschen gerettet und landet in einer Auffangstation, wo die Kleine sich bald dank superinnovativer Computertechnik nicht nur mit ihren menschlichen Betreuern unterhalten kann, sondern sich auch im Namen der Regenwald- und somit Weltrettung daran macht, einem schurkisch fiesen Palmöl-Großkonzern den Kampf anzusagen.
JAZZY – CHAOS IM REGENWALD gehört zur Spezies des Zeitgeistkinderfilms. Immer voll niedlich, dabei ungehemmt didaktisch wohlmeinend und geschäftstüchtig aalglatt auf die Zielgruppe zugeschnitten, ist der Film jetzt nicht unbedingt ein tierisches Vergnügen, aber unterm Strich ganz putzig geraten. Daß sich dabei nun ausgerechnet Technikgläubigkeit und Herzenseinfalt als Weg zur Weltrettung entpuppen, können nur griesgrämige Kritiker affig finden.
Wobei man selbst als solcher gestehen muß, daß Jazzy aus dem Regenwald um einiges sympathischer als, sagen wir mal, Greta aus Schweden ist. Inklusive der Rede vor der UNO, die Jazzy dann prompt ebenfalls hält. Darauf einen Bananenshake!
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.