D 2026, 129 min
FSK 6
Verleih: Salzgeber

Genre: Dokumentation, Biographie, Polit

Regie: Lutz Pehnert

Kinostart: 11.06.26

Kommunist

Das Gesicht der DDR?

Die DDR existierte von 1949 bis 1989. Was in historischen Dimensionen ja schon rein zeitlich ein Treppenwitz ist. Und da reden wir noch nicht von dem, was die DDR in ihrer von Anfang an porösen Substanz war und zeitlebens blieb. Etwas nämlich, das womöglich auf schon frappierende Weise diesem Mann ähnelt, der jetzt in KOMMUNIST porträtiert wird; etwas, das mit diesem Mann bis hin zu dessen Physiognomie immer deckungsgleicher scheint, je länger man ihm, diesem Kommunisten von der traurigen Gestalt, zuhört und –sieht.

Um Egon Krenz geht es. Geboren 1937, seit 1983 im Politbüro des ZK der SED; dort erst Erich Honeckers Kronprinz, dann der Königsmörder (nur symbolisch, klar) und an Stelle des geschaßten Honeckers Staatsratsvorsitzender eines Staates auf Abruf. Späterhin im Mauerschützenprozeß wegen Totschlags zu sechseinhalb Jahren Haft verurteil. Entlassen nach vier Jahren. Seitdem Autor, Rentner, melancholischer DDR-Erklärer und Grübler in eigener Sache.

Lutz Pehnerts Dokumentarfilm ist die geduldige Beobachtung eines Mannes der Begrenztheiten. Was jetzt nicht so fies gemeint ist, wie es eventuell klingt. Aber so, wie die DDR an sich selbst scheiterte, scheiterte eben auch Krenz an sich selbst. Und warum dem so ist, zeigt Pehnerts Filmporträt, das eben nicht nur eins dieses Mannes, sondern in entscheidenden Teilen auch eins der DDR ist. Folgerichtig kommen in KOMMUNIST noch so einige andere Menschen zu Wort, sprechen über ihre Erfahrungen mit dem DDR-System im allgemeinen oder die mit Krenz im speziellen. Was dabei entsteht, ist ein differenziertes und darin doch recht treffendes Bild dieses Landes plus seiner etwaigen Personifizierung Egon Krenz.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.