Originaltitel: NOGA

Österreich/D/Indien/Israel/USA 2026, 96 min
Verleih: Port au Prince

Genre: Dokumentation, Biographie, Polit

Regie: Benji Bergmann, Jono Bergmann

Kinostart: 13.08.26

Noga

Trotz allem

Beim Namen Noga Erez mag nicht sofort was klingeln, aber eine Refrainzeile sollte es richten: „I Don’t Know What Really, Really Happens At The End Of The Road …“ Ja, genau die ist’s! Trotzdem plagen die Anfang-30erin zu Filmbeginn altersbedingte Zukunftszweifel – wohl einigermaßen unnötig, wenn man Billie Eilish zu seinen Fans zählt oder mit Robbie Williams über dessen Kinder plaudert. Näherung an einen überraschend greifbaren Star: vollzogen.

Es schließt sich eine Liebesgeschichte an, konkret die von Noga und Ori, Partner auf der Bühne und im Privaten. Nach acht Jahren paßt es irgendwie nicht mehr so gut, wer aufmerksam hinschaute, ahnte bereits vorher Risse. Unter anderem angesichts deutlich abweichender Umarmungstechnik: er voll reingehend, beidhändig, sie distanziert, nur einarmig. Und doch kann das Pärchen nicht ohne einander, gehört einfach zusammen. Intime, berührende Beobachtungen jenes fragilen Schwebezustands: wunderbar eingefangen.

Beides doppelte Grundlage für einen dritten Betrachtungswinkel. Erez ist Israelin, die politischen Spannungen im Land begleiten Leben und Arbeit, verstärkt durch die Ereignisse 2023/24. Die Künstlerin sieht sich massivem Druck ausgesetzt, was sie sagt, scheint entweder nie zu genügen oder stets falsch zu sein, Boykott und Haß sind die Folgen, Instrumentalisierung, Sippenhaft, Simplifizierung und das Beharren auf einer einzigen als richtig empfundenen Meinung allzu bekannte Auswüchse politischer Debatten. Woran Erez zerrieben zu werden droht, zwischendrin gar ans Aufgeben denkt. Schließlich die Kraft findet weiterzumachen, in Klarheit und Willen: „Meine Meinung ist zu komplex für einen Soundbite.“ Respekt. Auch an diese großartige Dok

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...