Originaltitel: PRESSURE
GB/F 2026, 99 min
Verleih: StudioCanal
Genre: Drama, Historie, Kriegsfilm
Darsteller: Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon
Regie: Anthony Maras
Kinostart: 17.09.26
Der Plan steht. Nur eine ungewisse Komponente gibt es noch: das Wetter. PRESSURE wählt damit einen ungewöhnlichen Schwerpunkt, um etwas über das Ende des Zweiten Weltkrieges zu erzählen. Der Film spielt in den 72 Stunden vor dem D-Day. General Eisenhower bereitet die Landung in der Normandie vor. Eine Übung kurz zuvor ist katastrophal gescheitert.
Mit diesen apokalyptischen Bildern beginnt der Film: Wolkenwirbel am Himmel. Ein Soldat liegt am Strand umringt von Leichen, umspült von roten, blutgefärbten Wellen. Für die Mission der Alliierten sollen nun Schaden und Risiko minimiert werden, und genau das hängt auch vom Wetterbericht ab. Andrew Scott spielt den Meteorologen James Stagg, der stürmische Verhältnisse prophezeit und damit den gesamten Plan erschüttert. Stagg gerät zwischen die Fronten der Entscheidungsträger, und so entpuppt sich PRESSURE als dialog-lastiger Thriller. Angesiedelt in Büros und Beratungsräumen. Versehen mit packenden Parallelmontagen, gerade wenn es um die meteorologische Arbeit geht. Seine Ästhetik des Krieges im allgemeinen bleibt aber reichlich kitschiger bis zynischer Natur.
Dieses Sesselgeneralskino will Mitgefühl mit den Helden im Hintergrund wecken, die ach so schwere Entscheidungen zu treffen haben, um sich letztlich ob der Genialität ihrer Arbeit auf die Schulter zu klopfen. Welches Gewaltverhältnis Krieg im Kern für die bedeutet, die ihn tatsächlich ausfechten sollen; davon will er abseits kurzer Schlaglichter wenig wissen. All das Relativieren mit dem glorreichen Sieg und höheren Zweck treibt auch die Bildsprache von PRESSURE in die Verharmlosung und das rein Mythische.
[ Janick Nolting ]