D 2026, 93 min
FSK 12
Verleih: Filmwelt
Genre: Tragikomödie
Darsteller: Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer, Gina Haller, Jenny Schily
Regie: Simon Ostermann
Kinostart: 04.06.26
Je nach Gemütslage oder Toleranzschwelle dürfte dieser Kinostart als Angebotserweiterung oder Frechheit durchgehen. Denn: Es ist ein lupenreiner TV-Film des ÖRR, durchfinanziert und schon mit Erstaufführungsdatum gelabelt. Mutmaßlich sah man in ihm, vor gerade anbrechender schönster Jahreszeit, Leinwandpotential. Das aber hat er keineswegs, sieht man von ein paar hübschen Vater-Tochter-Momenten ab, die Mala Emde (hätte man gern im Freundeskreis) und Christoph-Maria Herbst (heute mal nicht zynisch) souverän durchspielen. Die Konstruktion der Story aber hat drei Handvoll Tackerklammern der Beliebigkeit zu viel.
Valeska, Les genannt, ist späte Zwanzigerin und Pedalpilotin in Hamburg. Schwanger, wie sich zeigen wird, eher un- statt eingebunden lesbisch. Nach tapfer bewältigter Dysfunktionalität in der Familie rast sie als taffe Kurierin durch den waghalsigen Versuch eines selbstbestimmten Lebens. Bis Vater kommt, der Friseur. Er hat ein Anliegen im Kopf und dort noch etwas anderes, das stört. Die winzige Wohnung der Tochter wird für ein paar Tage und mehr zum Quartier. Man beißt sich durch die Klärung von Dingen. Als Les über eine Kühlerhaube fliegt, springt Vati gar als Bote ein. Dann fahr’ doch! Doch alles hat seine Grenzen.
Regisseur Simon Ostermann baut auf Grundlage eines Allerweltsdrehbuchs mit banalen Seitensträngen und blassen Nebenfiguren, die einiges an Sperrholz zu sprechen haben, eine höchstens leidlich witzige und vorhersehbar tragische Komödie. Allein das Duo Emde/Herbst tritt an zur Rettung schwindender Lebenszeit. Das ist zu wenig, wie sich nach fortschreitend gefahrenen Kilometern zeigen wird. Im Fernsehen sieht es vielleicht ganz anders aus.
[ Andreas Körner ]