D 2025, 87 min
Verleih: JIP

Genre: Dokumentation

Regie: Tom Fröhlich

Kinostart: 02.07.26

Vom Traum, unsinkbar zu sein

Schiff ahoi!

Fischfang und -verarbeitung haben lange Zeit die Städte an der Ostsee geprägt. Doch wer heute nach Rostock, Stralsund oder Saßnitz kommt, findet in den dortigen Häfen mehr Ausflugsboote als Fischkutter. Zu DDR-Zeiten hingegen befuhren rund 400 Schiffe die Weltmeere und füllten die Verarbeitungshallen des Fischkombinats mit Meeresgetier. Nicht das rauhe Meer sondern die Wende brachte ab 1990 den Untergang für die ostdeutsche Hochseeflotte. So wurden die meisten Schiffe entweder verschrottet oder verkauft – und damit ein Großteil der Seeleute arbeitslos.

Der aus Rostock stammende Regisseur Tom Fröhlich spürt in seinem exzellent recherchierten Dokumentarfilm den verlorenen Schiffen der Hochseeflotte nach. Vier macht er noch ausfindig und erzählt kurzweilig die wechselhafte Geschichte dieser Schiffe und der mit ihnen verbundenen Menschen: Vom Fischfang über Lebensrettung und Drogenschmuggel bis zur Kultur reichen die späteren Nutzungen. Dabei gelingen ihm Interviews, welche die enge Verbundenheit der Menschen mit ihren Schiffen zeigen. Für viele ist es ihre schwimmende Heimat, andere hadern mit dem harten Arbeitsleben auf See.

Zwischendurch liest der Schauspieler Charly Hübner immer wieder aus Erinnerungen von Seeleuten vor. Dazu singt der ehemalige Betriebs-Chor des Fischkombinates Shanty-Lieder in einer der letzten noch erhaltenen Produktionshallen des Werkes. Das Meer hat sich tief in die Gesichter der schon älteren Sänger eingegraben.

[ Dörthe Gromes ]