Originaltitel: AMAZONIA

F/Brasilien 2013, 85 min
FSK 0
Verleih: Polyband

Genre: Natur, Kinderfilm, Abenteuer

Regie: Thierry Ragobert

Kinostart: 24.04.14

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Amazonia

Die Entdeckung einer anderen Welt

Ein Tier jagt das nächste. Sind wir eben noch mit Zugvögeln durch den Himmel gezogen (NOMADEN DER LÜFTE), haben wir darauf Pinguine durch die Schneewüste (DIE REISE DER PINGUINE) begleitet und sind Erdmännchen über heißen Sand gefolgt (WÄCHTER DER WÜSTE), da stürmt ein neues Wildtier die Kinosäle: der kleine Kapuzineraffe Sai.

AMAZONIA heißt die französisch-brasilianische Koproduktion, für den eine 80köpfige Crew 18 Monate im brasilianischen Regenwald verweilte, um dem Äffchen auf seinem Weg durch das Dickicht zu folgen. Dabei wurde der Affe ursprünglich in die Zivilisation hineingeboren. Alles beginnt mit dem Abschied eines kleinen Mädchens von ihrem Haustier, das nun wieder in die Freiheit entlassen werden soll. Doch der Start geht schon mal gehörig schief. Das Flugzeug stürzt auf dem Weg im Sturm ab, der Pilot entfleucht seltsamerweise unverletzt in den Urwald, und Sai ist plötzlich auf sich allein gestellt.

Angetrieben vom Hunger, entfernt er sich immer weiter vom sicheren Flugzeugwrack, läßt sich durch die neue Welt treiben und trifft auf die unglaublichsten Lebewesen, die dieser riesige Wald beherbergt. Diese haben lange Nasen, riesige Körper ohne Beine und seltsame Stacheln an Stellen, an denen man lieber keine hätte. Das ist Faszination Tierwelt auf höchstem Niveau. Da tauchen Delphine durch den Amazonas, ein geschmeidiger Jaguar will das kleine Äffchen erbeuten, und der Harpyienadler entscheidet sich dann doch für das Tier nebenan.

AMAZONIA ist beeindruckend. Viele Bilder wurden in schwindelerregenden Höhen gedreht, durch die 3D-Technik hat man wirklich das Gefühl, mitten unter den tropfenden, flimmernden Bäumen zu stehen. Darüber verliert der zuweilen etwas vorhersehbare Plot an Gewicht. Der Affe sucht Kontakt zu seinen Artgenossen und muß dabei allerlei Hindernisse überwinden. Leider sind Erzählstimme und Musik oft zu dick aufgetragen und kreieren künstlich Stimmung in Momenten, die gut für sich alleine gesprochen hätten. Dennoch: Mit AMAZONIA können Kinder und ihre Eltern eine Welt entdecken, in die sie selbst wahrscheinlich niemals einen Fuß setzen werden. Der Aufwand dafür war enorm. 150 Affen wurden für den Film „gecastet.“ Auch die anderen Tiere benötigten viel Aufmerksamkeit. Einmal verbrachte das Team sechs Tage in einem Versteck auf einem Baum, um den Harpyienadler zu filmen.

Letztendlich aber kommt AMAZONIA nicht gar zu abenteuerlich daher. Zu gut leuchtet der Film die dunklen Stellen des Urwaldes aus. In Wirklichkeit aber ist die Welt, in die das Äffchen katapultiert wird, düsterer und gefährlicher. Daß hier eigentlich jeder auf sich alleine gestellt ist, vernachlässigt der Film ein wenig, so wird er aber zu einem schönen Märchen in einer unglaublichen Landschaft.

[ Claudia Euen ]

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