D 2026, 123 min
Verleih: Weltkino
Genre: Dokumentation
Regie: Annekatrin Hendel
Kinostart: 20.08.26
Hiddensee also. Die „Künstlerinsel“, das Naturidyll, die schnucklige Ostseeperle. Zu DDR-Zeiten konnte die, da brauchte es nur etwas Phantasie und Fusel aus volkseigener Produktion, prompt auch mal als eine Art Pseudo-Mini-Kalifornien vor dem sehnsüchtigen Auge erstehen. Und war ja überhaupt und in Ermangelung der weiten Welt für diese ein ab und an doch mal ganz brauchbarer Ersatz. Halt nur in klitzeklein.
Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel hat dieses Klitzeklein jetzt noch einmal durchwandert. In Zeit und Raum, mit Geduld und Muse, in aller spürbaren Zuneigung bei aller gebotenen kritischen Distanz: Von den Goldenen 20ern bis in die Gegenwart erzählt HIDDENSEE eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte dieser Insel. Auf der erfreute schon früh das Versprechen „judenfreier Strände“ die deutschen Volksgenossen. Was weltgewandte Künstler nicht abhielt, gleichwohl in den sinnierenden Posen der Weltabgewandtheit vorm Meer entlangzuspazieren. Allen voran natürlich Gerhard Hauptmann. Aber auch Dichterkollege Joachim Ringelnatz war da, Schauspielgrößen wie Heinrich George oder Asta Nielsen.
Später, zu DDR-Zeiten, konnten sich auf Hiddensee auch schon mal Aljoscha Rompe, subversiver Exzentriker und Gründer der Punkband Feeling B, und die staatspreisdekorierte Schauspielerin Inge Keller, ob ihrer beachtlichen Kultiviertheit auch „diensthabende Gräfin der DDR“ genannt, am FKK über den Weg laufen. Und heute – na, da schaut gar mal Mallorca-König Jürgen Drews vorbei. Und sind ansonsten die Probleme solche wie überall. Denn, was man ist, und was man sein will – das ist auch auf der kleinen Insel Hiddensee eine große Frage. Hendels Film geht dieser auf ganz eigene, still einnehmende Weise nach.
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.