D 2026, 102 min
Verleih: Filmwelt

Genre: Tragikomödie, Liebe

Darsteller: Dagmar Manzel, August Zirner, Harald Krassnitzer

Regie: Welf Reinhart

Kinostart: 07.05.26

Der verlorene Mann

Dann kommt Kurt

Dagmar und ihre Männer, Fans der Manzel, aufgepaßt! 2026 könnte ein gemeinsam zu verbringendes Jahr purer Leinwandfreude werden. Jetzt in DER VERLORENE MANN ist Dagmar Manzel an der Seite von Harald Krassnitzer und August Zirner zu sehen, im Herbst dann mit Joachim Król in ALTE LIEBE, dem neuen Dresen. Feinstes Schauspiel in dankbaren Rollen, endlich gibt es wieder Kino für DM!

Hanne und Bernd lieben die Ruhe und Abgeschiedenheit ihres Hauses und ihrer Ehe. Sie, die Künstlerin und Kunstpädagogin, er, der Pfarrer in Rente. Dann kommt Kurt. Klingelt an der Tür, sagt, er habe die Schlüssel vergessen und drängt wie selbstverständlich in die Küche. „Was machst Du hier?“, fragt Hanne, vom Blitz gestreift. „Tee mach’ ich hier!“, antwortet Kurt. „Hanne, wer ist das?“, staunt Bernd später einen Bauklotz ins Zimmer. Den Ex seiner Jetzt hat er noch nie gesehen, Hanne traf ihn vielleicht zweimal in 20 Jahren nach der Scheidung. Das mit der Scheidung wäre allerdings noch zu klären, Kurt weiß nichts davon. Nicht mehr. Alzheimer nagt die Erinnerungen weg. Manche.

Ein Deal vorweg: Welf Reinharts Langfilmdebüt müßten aus lauter Gutmütig- und Großzügigkeit heraus ein paar Offensichtlichkeiten verziehen werden, einige Konstruktionsmängel im Drehbuch, Konstellationen nicht minder. Bernd und seine einst professionelle Nächstenliebe – ja, ja! Die vergeblichen Versuche, Kurt zunächst in die Kurzzeitpflege zu bringen, aus der er ausgebüxt ist, und dann in weitere Heime – na ja! Auch das mit Kurts Tochter, die erst im Ausland, dann neben der Spur ist sowie ein eher von Geisterhand vollzogener Umzug vom Münchener Umland ans dänische Meer – ja, und? Hat man diese Klippen umschifft, offeriert DER VERLORENE MANN seinen Kern, und er wird von vielen anrührenden, großherzigen, sanfthumorigen, harschen, friedvollen, optisch brillanten Schau- und Lichtspielmomenten umschlossen. Im Trio. Denn darauf läuft es hier hinaus.

Hanne fragt Bernd: „Was würdest Du sagen, wenn Kurt eine Weile bei uns lebt?“ Er darauf: „Was würdest Du sagen, wenn ich das nicht will?“ – „Dann wäre das in Ordnung!“ In Ordnung ist es für Kurt, nachts schon mal das Gästezimmer zu verlassen und ins Ehebett zu krabbeln. Abzuhauen, wenn es heftig wird mit der Realität. Zu schauen, was an Berührung geht mit der Frau, die in seiner Welt irgendwie noch da ist und in der anderen natürlich weg. Doch nie ganz.

[ Andreas Körner ]