D 2026, 76 min
Verleih: Wild Bunch

Genre: Kinderfilm, Animation, Abenteuer

Regie: Dirk Hampel

Kinostart: 14.05.26

Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus

Schöne geheilte Welt

Der Unterschied zwischen Familien- und Kinderfilm? Ersterer hat einen ziemlichen generationsübergreifenden Spagat hinzulegen: etwas hintersinnig und vielleicht sogar dunkelhumorig für die Älteren, ohne den kunterbunten Heile-Welt-Überbau zu verlieren, an dem sich der Nachwuchs erfreut, bestenfalls ohne zu starke Simplifizierung. Zweiterem ist es dagegen völlig egal, ob das begleitende Elternteil einfach wegpennt, weil so gar nichts Aufregendes passiert. Wozu unser aller Freundin Conni gehört, liegt wohl auf der Hand.

Mama und Papa sollten also lieber ausgeruht sein, wenn sie den Kurzen jenen Spaß gönnen wollen. Und ja, die kleinen Menschen werden ihre – phasenweise wirklich helle – Freude dran haben. Weil Conni tut, was sie bereits seit Jahrzehnten am besten kann, nämlich Alltag zum Abenteuerspielplatz umgestalten, zur großen Wohlfühlwattewolke, die zum Reinkuscheln verlockt. Wie der Titel ungeniert verrät, geht’s diesmal um einen jungen Kranich namens Klaus (natürlich!), in Nachbar Oswalds Garten bruchgelandet, was den Rosenliebhaber angesichts zerstörter Blütenpracht in Jagdstimmung versetzt. Weiterhin würde eine eigentlich recht possierliche Füchsin den Vogel gern auf ihren Speiseplan setzen, und schlußendlich gehört Klaus noch möglichst schnell geheilt, weil seine Artgenossen eben gen Süden ziehen. Conni, Anna und Simon haben folglich alle Hände voll zu tun!

Schon Herbert Grönemeyer wollte Kinder an die Macht bringen, im Conni-Universum erfüllt sich solche Forderung, sie ist eine patente Macherin, beseitigt charmant Probleme, das Haar sitzt trotzdem jederzeit. Nicht überraschend auch hier, verpackt in ansehnlichen 2D/3D-Animationsmix, gestützt durch dezente Actionsequenzen und umrahmt von hoher Niedlichkeit, immer am knuffigsten, wenn Tiere menschliche Eigenschaften spiegeln; zuckersüß das vorwurfsvoll fragende Maunzen von Kater Mau. Pädagogischen Wert hat’s außerdem, nebenbei eingestreute Informationen zu Klaus & Co. geben spielerischen Biologielektionen angenehm didaktikfernen Raum. Und es überrascht dann doch, wie einfühlsam das Innenleben des grantigen Witwers Oswald zur Sprache kommt. Da kann Conni zwar nichts direkt lösen – aber subtil Denkanstöße geben.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...